Kunstmaler Andreas Thieme

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Der Künstler Andreas Thieme

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Ausstellungskatalog Thieme 2010

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Den aktuellen Katalog des Künstlers mit Arbeiten von 1989 bis 2010 (handsigniert), können Sie zum Bezugspreis von 15,00 Euro (inkl. Porto) über die angegebene Mail-Adresse bestellen.
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 29. November 2010 um 23:11 Uhr
 

Aktuelles

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 31. August 2009 um 00:43 Uhr
 

Biographie

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Biographie

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Andreas Thieme - Ein Maler in Dresden

I.
Künstler als einfallsreiche Erfinder nonkonformistischer, raumbezoge- ner Kunststücke, als Sammler von Zivilisationsmüll, als philosophie- rende Dokumentaristen alltäglicher Banalitäten und konzeptbeses- sene Wortfetischisten empfinden in den letzten Jahren besondere, öffentliche Huldigungen, so daß man im Ausstellungswesen denen, die den traditionellen Künsten nicht abschworen, sogar mit Argwohn begegnete. Aber Geduld zahlt sich letztlich immer aus! Die Wertschätzung dem Genre der Malerei und Grafik gegenüber steigt gegenwärtig.
Das Bild wird wieder als visueller Erlebnisraum angenommen und malerische Positionen finden als Vor- und Verführungskunst Akzeptanz, ohne die Macher als traditionell-konservativ, ewig gestrig einzustufen. Klassische Eigenbrötler sind allerdings selten geworden, zumal jene, die sich auf erstaunlich beharrliche Art dem Ismen-Slalom entzogen und einen intensiven Kontakt zu Mensch, Tier und Landschaft nicht abbrachen, um eine eigenständige Bildform zu entwickeln.

II.
Andreas Thieme ist ein bekennender Maler, dessen Welt- Anschauung sich wortwörtlich genommen, am Farbrausch entzün- det. Als Künstler erleidet und erlebt er den Weg einer überzeugen- den Verbildlichung dessen, was er an Leidenschaften in sich trägt. So ist Malerei für Andreas Thieme weder Beruhigungs- noch Betäubungsmittel, keine Angelegenheit des guten Geschmacks, son- dern stete Herausforderung, sich ein Bild von der Welt zu machen. Er ist ein Kollorist par excellance, ein wahrhaftiger Maler, allerdings einer ohne spektakuläre Programmatik, ohne komplizierten Weltentwurf. Und, er ist beileibe auch kein Pinselphilosoph, wenn- gleich er die Augen für Zwischentöne öffnet, die das Leben an sich bereichern. So bestätigen sich seine Arbeiten im Allgemeinen als malerische Kabinettstücke. Andreas Thieme hegt eine Vorliebe für die Darstellung prosaischer Alltagsszenen.
Er malt einfache Menschen, die ungelenk-sperrig Arbeiten verrich- ten, sich Alltagsfreuden hingeben, gelegentlich kokett und selbst- bewußt posieren. Man ist fasziniert von deren spröder Anmut, deren ungekünstelter Selbstverständlichkeit. Stille Würde, Selbstzufrieden- heit und anrührende Naivität strahlen die Gesichter aus. Die Szenerien, in welche die Personnage verwickelt ist, entbehren nicht eines hintergründigen Witzes.
Andreas Thieme belauscht alltägliche Situationen und Begebenheiten, die er als liebenswerte Momentaufnahmen ohne Pathos und voyeuristischer Inszenierung wiedergibt. Dieser Realismus hat allerdings nichts gemein mit einem naturalistischen Abkonterfeien sichtbarer Phänomene.
Andreas Thieme ist ein phantasievoller Bildregisseur, der überlegen und überlegt mit Realitätsausschnitten umgeht, dies nicht detailbe- sessen tut, sondern sich dabei als Meister des Unsichtbaren erweist. Eine ältliche Frau im Morgenrock steigt behäbig eine knarrende Treppe hinab, eine Näherin ist in ihre Arbeit vertieft, eine leiden- schaftliche Gänserupferin nimmt kaum Anteil an ihrer Umgebung, in der Küche werden Pfannkuchen gebacken, ein Pfeifenraucher ist umflort vom blauen Dunst. Nonnen beten den Rosenkranz, ein Hochzeitspaar posiert, ein kleines Mädchen sitzt auf einem großen Sessel in der Nähe eines Hundes, ein Mann streichelt einen Hahn, ein Maler schreitet unter Bäumen einen Weg ab, ein Kinderwagen findet sich in einer Landschaft wieder.
Kammermusikalisch aufeinander abgestimmte Farbtonwerte sättigen die voluminöse, üppige Körperlichkeit: fleischige Hände, große klo- bige Füße, massige Leiber, dralle Gesichter. Eine Porträtähnlichkeit der Dargestellten ist letztlich unwichtig.
Dem verführerischen Zauber des geradezu glückverheißenden Panoramas von Alltäglichkeiten, diesem friedlichen Refugium menschlicher Selbstversunkenheit und Selbstgenügsamkeit, erliegt der Betrachter sehr schnell wie einer Droge. Denn die subtile Malweise und die intelligente Bewältigung der Themen, die einer gewissen romantischen Poesie nicht entbehren, sind Nahrung für das schönheitsentwöhnte Auge und den stiller Harmonie entwöhn- ten Geist.
Doch Andreas Thieme verläßt sich bei seinen Streifzügen durch den Alltag nicht nur auf die eigenen Augen oder sein Erinnerungsver- mögen, er lenkt seinen Blick auch auf kunstvolle, fotografische Schnappschüsse, die ihm als Anregung dienen oder er arbeitet bewußt mit Zitaten klassischer Genre - beziehungsweise Bildnis- malerei. 'Das Schokoladenmädchen' von Liotard, 'Die schlummern- de Venus' von Giorgione oder das Bild van Eycks 'Die Hochzeit des Giovanni Arnilfini und der Giovanna Cenanni' waren beispiels-- weise Vorlagen für ganz eigenwillige Bild-Adaptionen. Das Sujet des figürlich belebten Genrebildes geht grenzenlos über in verlas- sene Interieurs oder mündet in Stilleben. Thieme porträtiert Kannen, Tassen, Früchte und Blumensträuße. Und es kommt nicht selten vor, daß Stilleben in verlockende Landschaften übergehen. Der Künstler schwelgt in einem sinnlichen Malfest leuchtender Farben.

III.
Die Werke von Andreas Thieme begleiten mich bereits seit vielen Jahren als Galeristin und Kunstwissenschaftlerin. Ich liebte es bis- lang, den Künstler in seinem Kelleratelier im Dresdner Osten zu besu- chen, in das nur spärlich das Tageslicht fiel. Es war beseelt vom Farbglanz der Bilder, die zahllos an den Wänden hingen, teils lehn- ten oder auf der Staffelei standen. Der Geruch von Terpentin und Ölfarben übte auf mich eine beruhigende Wirkung aus.
Währenddessen mich Andreas Thieme an seinem wohlartikulierten Gedankenfeuerwerk teilnehmen ließ -er meditierte laut über Philosophie, Politik, Malerei und künstlerische Haltungen - genoß ich es, zu stöbern, von Bild zu Bild zu wandeln, Arbeiten, die ver- steckt waren, hervorzukramen und das Gespräch nach und nach auf die sichtbaren, atmenden Malhäute zu lenken.
Mittlerweile ist Andreas Thieme den Stadtneurosen entkommen. Er lebt in ländlicher Idylle, in der Nähe eines Feuchtraumbiotopes, das er mir mit Besitzerstolz unlängst zeigte. Im Keller seines Hauses befindet sich das Bilderdepot und unterm Dach mit faszinierenden Fensterausblicken auf die umliegende Feld- und Waldlandschaft, das Künstleratelier. Selbst Caspar David Friedrich hätte an dem Anblick seine Freude gehabt.
Andreas Thieme konnte sich nun endlich eine nahezu ideale Arbeitsstätte einrichten, mit viel Licht und Raum, um die Farb- wirkungen seiner Bildschöpfungen auszuloten, die Schicht um Schicht auf den Leinwänden wachsen.

IV.
Andreas Thieme studierte in Dresden. Seine Arbeiten verraten eine profunde Kenntnis der Malerei. Zu Beginn des Studiums entstanden Porträts und Akte in einer typischen dresdnerischen erdenschweren, dunklen Tonigkeit, gemalt in leicht veristischer Manier in der klassi- schen Lasurtechnik. Aber die Neigung zu einer leicht ornamentalen, heiteren, formalen Rhythmisierung der Kompositionen ließ sich nicht lange disziplinieren. Farben überwältigten alsbald ausdrucksstarke, figürliche Darstellungen und Landschaften. Mit locker tänzelnder Pinselschrift und pastoser Malweise demonstrierte Thieme mehr und mehr ein Prinzip der Harmonie, das aus der Vermittlung starker, malerischer Kontraste entstand. Er entwickelte sich zu einem Intimisten, der dem Alltäglichen und Gewöhnlichen eine geheimnis- volle Magie abzugewinnen wußte, aber mit ausgeprägtem Distanzverlangen. Denn die Themen, die auch zu Gleichnissen avancierten, wurden mehr und mehr zum Anlaß für ein fulminantes, expressives Farbenfeuerwerk. Intuitiv vermochte es der Künstler vom Eigenleben der Farben Besitz zu ergreifen. Auffällig ist, daß der Abstraktionsgrad der Kompositionen zugenommen hat. Bewußte Formreduktionen auf das Wesentliche, Formverzerrungen und Über- zeichnungen nutzt der Künstler als notwendige Kunstmittel, die Wahrnehmung des Betrachters über das Sichtbare hinaus zu erwei- tern, d.h. es interessieren ihn vor allem die sinnlichen, phantasiean- regenden Eigenschaften der Malerei über das Thema hinaus. Der Dualismus von warmer, fließender, toniger Farbigkeit und kristallkla- rer Härte, von massiver, lastender Schwere und fragiler Leichtigkeit der Kompositionen, von ornamentaler Fülle und Aussparung, illusio- nistischer Plastizität und plakativer Flächigkeit, naiver Einfachheit und kostbar erscheinendem Raffinement, verleiht den Leinwänden ihre unverwechselbare auratische Ausstrahlung.

Karin Weber, Dresden

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 16. März 2010 um 23:18 Uhr
 

LITERATUR (AUSWAHL)

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Andreas Thieme:
Einiges über mein Wollen und Tun,
in: Wissenschaftliche Beiträge der Hochschule für Bildende Künste.
Dresden, Heft 22/1984, S. 9

Peter Hahn:
Malen als Lebenshilfe, Ateliergespräch mit Andreas Thieme,
in: Sächsische Zeitung vom 4.7.1985

Thomas Petzold:
Zeitnähe in lustvoller Malerei, Atelierbesuch bei Andreas Thieme,
Leiter der VBK-Arbeitsgruppe Junge Künstler im Bezirk Dresden,
in: Sächsische Neueste Nachrichten vom 14.9.1988

Dr. Peter Hannig:
Dresdner Malerei zwischen sensualistischer Tradition und neuem geistigen Anspruch,
in: Dresdner Kunstblätter, 1/88

Lothar Lang:
Blaues Wunder,
in: Weltbühne 31/88, S. 983f

Gunter Ziller:
Dresden: Blaues Wunder,
in: Bildende Kunst, Heft 11/88, S. 518f

Ilona Schellenberg:
Erstrebt unmittelbar und schlicht wirkende Malerei,
Bilder von Andreas Thieme in der Dresdner Galerie Süd,
in: Sächsische Zeitung vom 14.4.1989

Werner Pinkert:
Andreas Thieme - ein junger Dresdner Maler,
in: Dresdner Stadtrundschau, Nr. 33/89, S. 12

Stefan Schwidder:
Die menschliche Figur als lesbare Vokabel,
in: Hamburger Abendblatt vom 26.10.1996

Birgit Müller-Classen:
Blauer Trabbi im Regen,
in: Hinz & Kunzt, Nr. 45, Nov. 1996

Joachim Springer:
Neu am Großneumarkt - Margret Kruses Galerie,
in: Die Welt, Hamburg vom 23.11.1996

 

PERSONALAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

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1989 Galerie Süd, Dresden
1990 Galerie Schonhof, Görlitz
Interart, Köln
Hypovereinsbank, München
Galerie Trost, Lippstadt (ebenso 1992,1994,1995)
1994 Galerie Finkenstein, Dresden
1996 Galerie am Großneumarkt, Margarete Kruse, Hamburg
Galerie Königstraße, Dresden
1997 Galerie P+P, Dresden
Galerie Finkenstein, Dresden
1998 Galerie am Großneumarkt, Margarete Kruse, Hamburg
Deutsche Werkstätten Hellerau, Dresden
1999 Schloß Glauchau
2001 Agentur. Galerie, Rostock
2002 Staatl. Kunstsammlungen Neubrandenburg
Galerie Hebecker, Weimar
2003/td> Regierungspräsidium Dresden
 


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